Thomas Duttine

Schulterschmerzen und Sport: Beim Reiten sind oft Muskeln und Sehnen schuld

Veröffentlicht von Thomas Duttine am Donnerstag, 21 Oktober 2021 in Schulterschmerzen

Schulterschmerzen beim Reiten - was kann man dagegen tun?

Reiten hält fit und fördert eine gesunde Körperhaltung - oder vielleicht doch nicht? Fest steht, die Sportart belastet bestimmte Muskeln und Gelenke mehr als andere. Beim Dressur- und Springreiten kann das beispielsweise zu Sehnenentzündungen führen. Auch Risse der Muskeln, die das Abspreizen des Beines möglich machen, sind bei diesen beiden Reitdisziplinen keine Seltenheit.

Bei einigen Reitern entpuppen sich auch die Schultern als Schmerzquelle. Neben Reitunfällen und Stürzen gibt es dafür verschiedene Auslöser und Ursachen, zum Beispiel:

  • Sitzfehler beim Reiten
  • Chronische Überlastung
  • Muskuläre Dysbalance
  • Kalkschulter
  • Entzündung der Bizepssehne
  • Schleimbeutelentzündung unter dem Schulterdach (= Bursitis subacromialis)
  • Schulter-Engpass-Syndrom (= Impingement-Syndrom)
  • Schultergelenksverschleiß / Schulterarthrose (= Omarthrose)
  • Frozen shoulder

Schulterprobleme entstehen häufig in der Rotatorenmanschette

Schulterprobleme beim Reiten entstehen häufig in der Rotatorenmanschette

Hufe auskratzen, Stall ausmisten, Hürdenstangen schleppen… - auch bestimmte Nebentätigkeiten können bei Freizeit- und Profi-Reitern Schulterprobleme auslösen bzw. verschärfen. Heikel sind vor allem Bewegungen, bei denen man längere Zeit nach vorne gebeugt ist oder die über Kopf durchgeführt werden.

Weil das Schultergelenk äußerst kompliziert ist, sind Verletzungen in der Praxis von Orthopäden und bei Physiotherapeuten eher die Regel als die Ausnahme. Genauer gesagt ist die Ursache der meisten Schulterprobleme weniger im Gelenk zu finden, sondern vielmehr in den Muskeln und Bändern: in der sogenannten Rotatorenmanschette, die den Oberarm mit dem Schulterblatt verbindet.

Schwache Muskeln durch falsche Körperhaltung

Den Rücken gekrümmt, die Schultern nach vorne, den Kopf nach unten: Im Alltag nehmen viele eine ungesunde Haltung ein. Auch bei Reitern begünstigt das muskuläre Dysbalancen im Schulter- und Nackenbereich, die teils heftige Beschwerden und Schmerzen auslösen können.

Der Reitsport kann einer solchen Fehlhaltung zwar entgegenwirken, allerdings nur im Idealfall. Dafür muss der Reiter seine Schultern so weit zurückziehen, dass seine Brustpartie leicht nach vorne zeigt. Während die Oberarme entspannt nach unten hängen, sind die Unterarme leicht angewinkelt.

Übungen: Aufwärmen, dehnen, lockern

Neben der richtigen Sitzposition und Körperhaltung sollte vor und nach dem Reiten jedes Mal ein Training stehen. Ziel ist es, möglichst alle Gelenke und Muskeln, Sehnen und Bänder vorzubereiten bzw. nach der körperlichen Belastung wieder zu entspannen.

  • Ob zu Fuß oder mit dem Fahrrad: Wenn der Reitstall nicht zu weit entfernt ist, kann man sich bereits auf dem Weg dorthin aufwärmen. Denn nach zehn Minuten steigt bereits die Körpertemperatur, das Herz-Kreislauf-System ist angekurbelt, auch die Muskeln sind bereits angewärmt.
  • Hampelmann-Übungen, auch Jumping Jacks genannt, eignen sich ebenfalls zum Aufwärmen. Das Besondere: Der Körper wird besser durchblutet und gewinnt insgesamt mehr Kraft. Dazu etwa schulterbreit hinstellen, die Füße nebeneinander. Beide Arme hängen seitlich locker nach unten, die Handflächen zeigen nach vorne. Jetzt hochspringen, dabei die Beine seitlich abspreizen und die Arme über dem Kopf ausstrecken. Beim Aufkommen die Knie leicht beugen, beim nächsten Sprung in die Ausgangsstellung zurückkehren. Die Übung zwei Minuten lang durchführen.
  • Eine einfache Dehnübung, die viele aus dem Sportunterricht kennen: Im Stehen die Schultern im Wechsel von vorne nach hinten, dann von hinten wieder nach vorne kreisen lassen. Das Training kann erst mit der linken, dann mit der rechten Schulter durchgeführt werden. Wer möchte, kann auch beide Schultern gleichzeitig einbinden.
  • Zum Dehnen der Nackenmuskulatur den rechten Arm über den Kopf legen. Die Position ist richtig, wenn man mit den Fingern das linke Ohr berühren kann. Nun den Kopf sanft in Richtung der rechten Schulter ziehen, wenige Sekunden halten und zurück in die Ausgangsposition kehren. Im Wechsel die Übung mit dem linken Arm und der linken Schulter wiederholen. Anschließend langsam den Kopf mal nach links und mal nach rechts sowie nach unten bewegen.

Video: Schulterprobleme in dem Griff bekommen

Kommt es trotz Übungen zum Aufwärmen, Dehnen und Lockern zu einer Verletzung der Rotatorenmanschette, kann ein gezieltes Training die Schulter kräftigen und Schmerzen sogar auslöschen. Das bestätigen nicht nur Ärzte und Physiotherapeuten, sondern auch eine wissenschaftliche Studie. Wie das genau funktioniert, erfahren Sie in diesem Video:

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