Thomas Duttine

Ischialgie - Ischiasschmerz - Woher kommt er und was kann man tun?

Veröffentlicht von Thomas Duttine am Freitag, 29 Juni 2018 in Gesundheit

Schweres Heben, falsches Bücken oder sonstige unbedachte Bewegungen, aber auch verschiedene Erkrankungen sind oftmals die Ursache für Ischias Beschwerden. Meist treten sie plötzlich und unerwartet auf, beginnen gern als Kreuzschmerzen. Von der Lendenregion aus strahlen sie dann über das Gesäß meist in das Bein oder sogar bis in den Fuß aus. Ischiasschmerzen können sehr stark sein. Jegliche Bewegung wird zur Qual. Wie können Sie die Beschwerden vorbeugen oder lindern? Dies erfahren Sie nachfolgend.

Was sind Ischiasschmerzen?

Der Ischiasnerv ist ein sehr dicker und gleichzeitig auch der längste Nerv im Körper. Er beginnt im Rücken und reicht bis in die Füße. Der Ischiasnerv kann entsprechend der Lage im gesamten Bereich den Schmerz verursachen, beispielsweise wenn er gereizt, eingeklemmt oder verletzt wird. Der Ischias, der medizinisch als Ischialgie bezeichnet wird, gehört zu den Neuralgien, da die Beschwerden durch den Ischiasnerv ausgelöst werden. Sie treten gewöhnlich sehr plötzlich auf. Meistens ist nur eine Körperseite betroffen.

Was sind die Ursachen von Ischiasschmerzen?

Der Ischias wird meistens nicht als eigenständiges Krankheitsbild angesehen, sondern als Begleiterscheinung, die mit unterschiedlichen Ursachen einhergehen kann. Dazu gehören beispielsweise:

- abrupte, unübliche Bewegungen wie falsches Bücken oder Heben
- eingeklemmter Ischiasnerv
- muskuläre Verspannungen
- Blockaden der Wirbelkörper
- Durchblutungsstörungen
- Bandscheibenvorfall, beispielsweise aufgrund von Fehlbelastungen oder Bewegungsmangel
- degenerative Veränderung der Bandscheiben des Lendenwirbelsäulenbereichs
- Bandscheibenvorwölbung, bei der die Bandscheibe Druck auf den Ischiasnerv ausübt
- Verengung des Wirbelkanals, wodurch der Ischiasnerv gequetscht wird
- arthrotische Erkrankungen der Wirbelgelenke

Es gibt viele verschiedene Ursachen für Ischiasschmerzen, sodass eine frühzeitige Diagnose sehr wichtig ist.

Wie kann man Ischiasschmerzen vorbeugen?

Zur Vorbeugung von Ischias ist eine rückenfreundliche Lebensweise empfehlenswert:

Richtig heben

Richtiges uind gesundes heben aus den Knien, nicht aus dem Rücken heraus

Beim Heben schwerer Gegenstände sollten Sie darauf achten, dass Sie sie aus den Knien und nicht aus dem Rücken heraus heben.

Bewegung

Sie können Schmerzen am Ischiasnerv durch regelmäßige körperliche Bewegung vorbeugen. Ideal sind Übungen, die die untere Rückenmuskulatur gezielt aufbauen. Damit können auch die Beschwerden gelindert werden. Wenn der Rücken stabil gestützt wird, hilft dies dabei, zu vermeiden, dass der Ischiasnerv unter Druck gerät und in der Folge die Schmerzen verursacht. Eine besonders gut geeignete Sportart ist Schwimmen. Auch die Rückenschule ist eine empfehlenswerte vorbeugende Maßnahme.

Ergonomischer Arbeitsplatz

Ein höhenverstellbarer Schreibtisch, an dem Sie zwischen einem Sitzen und Stehen abwechseln können, und ein ergonomischer Bürostuhl bringen Dynamik in den Arbeitstag und helfen dabei, Verspannungen und Ischiasschmerzen vorzubeugen. Eine gesunde Körperhaltung und genügend Bewegungspausen sind ebenso wichtig.

Übergewicht vermeiden

Übergewicht ist für den Rücken sehr schädlich. Achten Sie daher vor allem bei Rückenbeschwerden auf eine gesunde und ausgewogene Ernährung.

Was hilft bei Ischiasschmerzen?

Legen Sie sich bei starken Schmerzen am Ischias flach auf den Rücken. Heben Sie die Beine an und legen Sie die Unterschenkel im rechten Winkel zu den Oberschenkeln höher, beispielsweise auf einen Stuhl. Der Bereich der Lendenwirbelsäule wird durch diese Stufenlagerung entlastet und gedehnt. Ein behutsames Bewegen kann angenehm sein, während eine zu lange Schonung die Beschwerden meist verstärkt. Als hilfreich gelten auch Wärmeanwendungen, beispielsweise durch ein Heizkissen oder heißes Bad. Akute Schmerzen können außerdem durch leichte Schmerzmittel bekämpft werden. Physiotherapie sorgt für eine Kräftigung der Rückenmuskulatur. Bei stärker ausgeprägten Schmerzen kann eine Therapie mit Cortisonspritzen erforderlich sein. Werden die Schmerzen am Ischias durch Bandscheibenvorfälle verursacht, ist oft ein chirurgischer Eingriff notwendig.

Fazit

Bei Ischias-Beschwerden werden oft schmerz- und entzündungshemmende Medikamente verordnet. Spritzen können bei starken Ischiasschmerzen schnelle Linderung bringen. Spezielle Krankengymnastik, Rückenschule oder Massagen können ebenso gut helfen. Vermeiden Sie eine längere Schonung, denn Bewegung tut dem Rücken gut. Welchen Verlauf die Beschwerden nehmen, ist von der Ursache abhängig. Je eher die Behandlung einsetzt, desto besser ist es. Die Schmerzen am Ischias verschwinden meist nicht wieder von allein. Es kommt also zu keiner Selbstheilung, sodass eine Behandlung in vielen Fällen unverzichtbar ist. Mit einfachen Übungen und Therapien können Sie die Beschwerden vorbeugen.

Fotos und Grafiken: Fotolia.com -  © MicroOne, © Paolese

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