Nicko Duttine

Schulterschmerzen durch Babytragen: So vermeiden Sie das Impingement-Syndrom

Veröffentlicht von Nicko Duttine am Samstag, 02 Oktober 2021 in Schulterschmerzen

Schulterschmerzen durch Babytragen - Impingement-Syndrom vermeiden

Sein Baby zu tragen, ist keine Erfindung der Neuzeit. Bevor im 19. Jahrhundert der Kinderwagen erfunden wurde, war das für viele Eltern vollkommen normal. Das änderte sich erst, als zunehmend mehr Mütter und Väter auf einmal Bedenken hatten: Das Tragen könnte beim Kind zu Haltungsschäden führen.


Diesem vermeintlichen Gesundheitsrisiko stehen jedoch verschiedene Studien gegenüber, die das Gegenteil belegen. Deshalb ist es vermutlich auch wieder verbreitet, Babys - zumindest zeitweise - dicht am Körper zu tragen. Ob in einer Trageschale, einem Tragetuch oder einer Babytrage ist letztendlich eine individuelle Entscheidung. In jedem Fall sollte die Tragestütze aber richtig und bequem positioniert sein. Anderenfalls drohen nicht nur Rücken- und Nackenschmerzen, sondern auch heftige Schmerzen in der Schulter.

Häufiges Tragen des Kindes belastet die Schulter

Schulterschmerzen durch Babytragen - Diagnose Impingement-Syndrom beim Orthopäden

Hierzu ein Beispiel: Eine Mutter trug ihr Baby oft in einer Tragehilfe, plötzlich bekam sie Schmerzen in der rechten Schulter. Den betroffenen Arm konnte sie seitlich kaum noch abspreizen, ein Rotieren war so gut wie ausgeschlossen. Dass dies typische Anzeichen für ein Engpass oder Schulter Impingement-Syndrom sind, erfuhr sie wenig später von einem Orthopäden: „Darunter versteht man eine äußerst schmerzhafte Entzündung von Sehnen und Schleimbeuteln, die zu einer Verengung zwischen dem Schulterdach und dem Oberarmkopf führt.“

Die Rotatorenmanschette als Schwachstelle

Im Fall dieser Mutter führte das häufige Tragen ihres Babys zu einer Reizung der sogenannten Rotatorenmanschette, sprich: das Impingement-Syndrom der Schulter entstand bei ihr durch Überlastung. Obwohl die Rotatorenmanschette aus Muskeln und Sehnen das Schultergelenk eigentlich stabilisieren soll, entpuppt sie sich neben muskulären Dysbalancen häufig durch Überlastung als Schwachstelle. Vor allem Berufsgruppen, die mit den Armen meist über dem Kopf arbeiten, sind gefährdet. Ebenso Sportler, wie beispielsweise Tennis- und Volleyballspieler.


Was hilft beim Impingement-Syndrom

Schulterschmerzen durch Babytragen - Was hilft?
Akute Schmerzen in der Schulter können mit rezeptfreien Medikamenten wie Ibuprofen oder Diclofenac gelindert werden. Ebenso hilfreich sind kalte Umschläge und Coolpacks. Um die Beweglichkeit der Schulter jedoch wiederherzustellen, können regelmäßige Übungen mit einer AktiFlex Schulterhilfe helfen.
Die Wirksamkeit dieses speziellen Trainings beim Impingement-Syndrom der Schulter belegt eine wissenschaftliche Studie. Unter der Leitung von Prof. Dr. Thomas Mühlbauer, Institut für Sport- und Bewegungswissenschaften an der Universität Duisburg-Essen, nahmen daran 56 Männer und Frauen teil, die seit mindestens einem Jahr Schmerzen in der Schulterpartie hatten. Bis dahin erfolgte Behandlungen des Impingement-Syndroms der Schulter hatten den meisten Probanden nicht nachhaltig geholfen. Umso erfreulicher ist das Ergebnis der randomisierten Studie: Im Vergleich zu traditionellen Übungen mit elastischen Bändern war das Training mit der Schulterhilfe signifikant wirksamer.

Stärken Sie Ihre Schultern, vermeiden Sie Tragefehler

Oftmals führt eine falsche Position des Tragesystems zu einem Impingement-Syndrom der Schulter. Folgende Ratschläge helfen jedoch, Tragefehler zu vermeiden:

  • Der Hüftgurt soll den Bauch fest umschließen.
  • Legen Sie die Schultergurte so an, dass beide gut gestrafft sind. Optimal eingestellt sollten die Träger jeweils mittig auf der Schulter liegen. Also weder zu weit außen noch zu nah am Hals:
  • Das Baby darf nicht zu locker im Tragesystem eingebunden sein, sondern muss nah an Ihrem Oberkörper anliegen. Auch wenn Sie sich nach vorne beugen, bleibt das Kind in Kontakt mit Ihrem Oberkörper.
  • Können Sie den Oberkopf Ihres Babys küssen, wenn Sie Ihren Kopf nach vorne neigen? Wenn ja, befindet sich Ihr kleiner Liebling in der korrekten Tragehöhe.
  • Achten Sie bei der Wahl auf die Träger des jeweiligen Systems! Manche bevorzugen gekreuzte, manche gerade. Einige ein dünnes Polster, andere ein eher dickes. Probieren Sie aus, welche Träger Ihnen ein gutes und sicheres Gefühl geben!
  • Schauen Sie sich die Gebrauchsanleitung an! Viele Tragehilfen sind sich optisch zwar ähnlich, in der Handhabung unterscheiden sie sich aber.
  • Stärken Sie Ihre Schultern durch regelmäßiges Training, zum Beispiel mit der Schulterhilfe. Die einfachen Übungen können Sie zu Hause leicht durchzuführen.
  • Die Schnallen an Ihrer Trage dürfen am Körper weder reiben noch zu eng anliegen.
  • Sucht man im Internet nach den „besten Tragehilfen“, erhält man unzählige Treffer. Welche für Sie persönlich die beste ist, können Sie beispielsweise mit einer Leihtrage herausfinden.

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